Mittwoch, 17. Januar 2018

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VERONA: mehr als nur Arena und Festspiele

Vorurteile leben lange. So glauben viele Zeitgenossen, dass Verona nur im Sommer einen Besuch lohnt - als das Opernziel überhaupt. In der riesigen Arena - der zweitgrößten in Italien nach dem Kolosseum in Rom - gehen seit 1913 die weltberühmten Opernfestspiele über die Bühne. Alle Jahre wieder ein riesiges Spektakel, bei dem sich Kunst, Show und italienisches Temperament ermischen. In den lauen Sommernächten der Monate Juli und August füllen nahezu jeden Abend bis zu 22 Tausend Zuschauer das gigantische Oval und lassen sich im Schein flackernder Kerzen von der hohen Kunst des italienischen Belcanto und den Stars der internationalen Opernszene begeistern.
Verona ist aber mehr als nur Arena und Festspiele, und auch mehr als nur der “Balkon der Julia” (Bild rechts) in der Via Capello - ebenfalls Millionenziel. Verona, das auch das "Florenz Oberitaliens" genannt wird, zählt sicher zu den bedeutendsten und schönsten Kunststädten Italiens. Die Fülle der Baudenkmäler reicht von der Antike bis zur Gegenwart. Neben Bauwerken aus der Römerzeit und mittelalterlichen Kirchen wird die Stadt vor allem von den Zeugnissen der Scaliger, Viscontis und Venezianer beherrscht.

  • Römerzeit: Arena, Römisches Theater (im Sommer Shakespeare-Festival), Triumphbogen (Arco dei Gavi), die Stadttore Porta Borsari, Porta Leona.
  • Mittelalter: Die Kirchen San Fermo Maggiore (11./13. Jh., Bild unten rechts), San Zeno, Ss. Apostoli, San Lorenzo und der Dom Santa Maria Matricolare (alle 12. Jh.), Sant' Anastatia (13./5. Jh.), San Bernardino (15. Jh.), der Stadtpalast (12. Jh.).
  • Santo Stefano: einer auf einer vorchristlichen Struktur errichteten Kirche, kann man in der Krypta und in der oberen Kirche das in Verona einzige Beispiel eines doppelten Wandelganges besichtigen. In der oberen Basilika kann man die Verkündigung des Pisanello bewundern.
  • Scaliger: Das mächtige Kastell mit der anschließenden Brücke über die Etsch, die imposanten Scaliger-Gräber.
  • Viscontis und Venezianer: Paläste wie del Bene, del Consiglio, Franchini, Scala della Ragione.
  • Das Museum von Castelvecchio ist im Schloss der Scaliger untergebracht. Das Archäologische Museum befindet sich oberhalb des Teatro Romano und enthält interessante antike Kunstgegenstände.
  • Das Museum des Risorgimento im Palazzo Forti stellt Drucke, Edikte, Gemälde und Gegenstände in Erinnerung an den Geschichtsabschnitt, der zur Vereinigung Italiens führte, zur Schau.
  • Die Kapitelsbibliothek in der Nähe des Doms, eine der antiksten Europas, verwahrt sehr antike griechische und lateinische Handschriften.
  • Die Stadtbibliothek ist eine der reichhaltigsten Bibliotheken Italiens. In ihr wird eine noch vor der Entdeckung Amerikas von Giovanni Leandro angefertigte Planisphäre verwahrt.

Verona besitzt zahlreiche schöne Plätze. Der bekannteste ist die Piazza Bra an der Arena, mit ihren vielen Lokalen - abends nach der Vorstellung Treffpunkt der Opernliebhaber. Einen Besuch lohnen aber auch die Piazza delle Erbe (Typisch: Cafè Dante) und die Piazza dei Signori. Piazza Erbe (Bild oben rechts), einstiges Römisches Forum, wurde zum Sitz von Gemeindeämtern und Handelsvereinigungen. Der Palazzo Comunale erhebt sich zwischen Piazza Erbe und Piazza dei Signori und umschließt den Cortile Mercato Vecchio, mit der Scala della Ragione aus dem 15. Jh. und dem erhabenen Lamberti-Turm. Verona ist rund ums Jahr als das näherste große Ausflugsziel beim Gardasee einen Besuch wert.


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